22. November 2018

Regionalkonvent warnt: MDV endet nicht an Landesgrenzen


Auf seiner jüngsten Tagung im Torgauer Schloss Hartenfels hat der Regionalkonvent, dem die Landräte Kai Emanuel (Nordsachsen), Henry Graichen (Landkreis Leipzig) und der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung angehören, seine Bedenken gegenüber den Plänen von Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) angemeldet, eine Landesverkehrsgesellschaft zu gründen, um damit den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zentral zu steuern. „Bei der Entwicklung und Stärkung der Metropolregion Mitteldeutschland um das Ballungszentrum Leipzig-Halle können wir auf keinen Fall in Stadt-, Kreis- oder Landesgrenzen denken“, sagt OBM Burkhard Jung (SPD).

 

Landrat Kai Emanuel (parteilos) pflichtet dem bei: „Der Slogan, Ein Land – ein Verbund‘ ist für die Mitteldeutsche Metropolregion kontraproduktiv. Dann hätten wir zwar ein Verbundticket zum Beispiel von Leipzig nach Niesky, aber nicht mehr nach Halle in Sachsen-Anhalt oder nach Altenburg in Thüringen.“ Ein solches Herangehen würde den tatsächlichen Verkehrsströmen des regionalen ÖPNV nicht gerecht und hätte erhebliche Auswirkungen auf den Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV), kritisiert Emanuel: „Kleinstaaterei durch Freistaaterei können wir uns in der Metropolregion nicht leisten.“

 

So sieht es auch Landrat Henry Graichen (CDU): „Der MDV hat sich in den 20 Jahren seines Bestehens gut entwickelt. Darum wird er 2019 auch bedarfsgerecht weiter wachsen und den Schienenpersonennahverkehr der Landkreise Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg und Dessau-Roßlau in sein Verbundgebiet aufnehmen - denn das endet nicht an der Landesgrenze.“

 

Der MDV integriert derzeit rund 20 Verkehrsunternehmen in drei Bundesländern über ein einheitliches Tarifsystem und ein abgestimmtes Netz für 1,7 Millionen Einwohner auf mehr als 7.500 Quadratkilometern.