25. Februar 2019

Landrat hat Bergfest – und es geht weiter bergauf


Nach dem Bergfest geht es üblicherweise bergab – allerdings nicht bei Nordsachsens Landrat Kai Emanuel (parteilos). Der 50-jährige Delitzscher hat zwar morgen (26.02.) die Hälfte seiner siebenjährigen Amtszeit bewältigt, wird sich aber weiter für den Aufstieg des Landkreises einsetzen. Seit 26. August 2015 steht Kai Emanuel an dessen Spitze, von den Nordsachsen gleich im ersten Anlauf mit absoluter Mehrheit gewählt. Dreieinhalb Jahre später erklärt der Landrat an fünf ausgewählten Beispielen, warum es auch nach dem Bergfest weiter bergauf geht:

 

Es geht aufwärts beim Breitbandausbau

„Im Frühjahr vollziehen wir den symbolischen ersten Spatenstich, danach werden die Bagger in allen sechs Projektgebieten rollen. Mit rund 94 Millionen Euro ist der Breitbandausbau die größte Investition in der Geschichte unseres Landkreises. Sie beendet die chronische Unterversorgung und damit einen erheblichen Standortnachteil, kann aber nur ein erster Schritt sein, um nicht den Anschluss im Digitalzeitalter zu verlieren. Was mir besonders wichtig ist: Auch alle Schulen kommen ans Glasfasernetz.“

 

Es geht aufwärts beim ÖPNV

„Unser Mobilitätsprojekt ‚Nordsachsen‘ bewegt nimmt weiter Fahrt auf. Schon jetzt haben wir zweistellige Zuwächse bei den Fahrgastzahlen auf den neuen PlusBus-Linien. Weitere Linien werden bedarfsgerecht hinzukommen, S-Bahnen und Busse besser im Takt zueinander finden und die neuen Azubi- und Schülerfreizeit-Tickets noch dieses Jahr das Angebot im weiter wachsenden Verkehrsverbund bereichern. Dass alle S-Bahnen und Busse über W-LAN verfügen werden, gehört für mich ebenso dazu wie das erste autonom fahrende Shuttle, das zwischen Bahnhof Rackwitz und Schladitzer See pendeln soll.“

 

Es geht aufwärts beim Straßenbau

„Erst Infrastruktur, dann Braunkohleausstieg – das war und ist mein Grundsatz. Darum haben wir frühzeitig Projekte wie die Ost-West-Trasse ‚Milau‘ entwickelt. Nun können sie Realität werden. Nicht ohne Grund hat es dieses Vorhaben, das den Ausbau vorhandener Straßen zu einer leistungsfähigen Magistrale bevorzugt, in der Prioritätenliste von Bund und Land weit nach oben geschafft. Für den geordneten Braunkohleausstieg fließen in den nächsten Jahren viele Milliarden – und Nordsachsen wird davon kräftig profitieren.“

 

Es geht aufwärts beim Glascampus

„Der Glascampus Torgau steht in den Startlöchern. Die ersten Ausbildungsgänge werden diesen Herbst in den Räumlichkeiten des Berufsschulzentrums starten. Der Glascampus wird speziell auf die Bedürfnisse der für Nordsachsen bedeutsamen Glas-, Keramik- und Baustoffindustrie ausgerichtet sein. Deren Unternehmen sehen derzeit den größten Bedarf bei der Weiterbildung ihrer Belegschaften. Also fangen wir damit an und machen Fachkräfte aus der Region fit für die aktuellen Anforderungen ihrer Branche. Mit der TU Bergakademie Freiberg haben wir dafür einen starken Kooperationspartner an unserer Seite. Und perspektivisch kann sich der Glascampus zum ersten Hochschulstandort Nordsachsens entwickeln.“

 

Es geht aufwärts bei der Kreisentwicklung

„Zukunftsszenarien entwickeln und den Landkreis strategisch optimal aufstellen: Diesem Ziel dient die Erarbeitung unseres neuen Kreisentwicklungskonzepts, in das die Ergebnisse der Demografiestudie einfließen, die wir beim Leipziger Leibniz-Institut für Länderkunde in Auftrag gegeben hatten. Damit die strategische Arbeit nicht im operativen Tagesgeschäft untergeht, haben wir jetzt extra einen Projektkoordinator, der dem zuständigen Dezernenten für Bau und Umwelt direkt unterstellt ist. Natürlich sind die Handlungsspielräume einer Kreisverwaltung in den vielfältigen Lebensbereichen begrenzt. Aber wir können versuchen, die jeweils besten Rahmenbedingungen zu schaffen und dadurch steuernd einwirken. Auch unsere Behörde selbst wird ihre Strukturen den neuen Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt anpassen, bürger- beziehungsweise nutzerfreundlicher werden. Unter dem Titel ‚Landratsamt 2030‘ sind wir gerade dabei, alle Überlegungen dazu zu bündeln.“

 

 

Zur Person

Kai Emanuel (50), in Delitzsch geboren und verwurzelt, verheiratet, zwei Söhne, leidenschaftlicher Handballfan und begeisterter Liegeradfahrer. Nach Berufsausbildung mit Abitur bis 1992 Elektromonteur im RAW Delitzsch, dann Studium in Meißen mit Fachhochschulabschluss Diplom-Verwaltungswirt. Von 1996 bis 2008 Amtsleiter (Rechnungsprüfung, Straßenverkehr, Finanzen) im Landkreis Delitzsch, ab 2008 Finanzdezernent und Beigeordneter im neuen Landkreis Nordsachsen. 2015 als parteiloser Kandidat mit CDU-Unterstützung zum Landrat gewählt. Was ihn an dieser Aufgabe besonders reizt: „Dinge gestalten, bewegen, voranbringen – hier, wo ich zuhause bin.“