30. März 2020

Corona-Virus: Gesundheitsamt verfolgt Infektionsketten akribisch


Corona-Infektionsketten offenlegen und möglichst unterbrechen – das zählt derzeit zu den wichtigsten Aufgaben des nordsächsischen Gesundheitsamtes. So wurden vergangene Woche zum Beispiel 115 Personen getestet, darunter 80 Kinder, welche in der Kita Grashüpfer im Mügelner Ortsteil Schweta in Kontakt zu einer Erzieherin standen, die inzwischen mit dem Corona-Virus infiziert ist. Alle 115 Tests waren negativ, sodass die Quarantäne ohne weitere Maßnahmen auslaufen kann.

 

„Das Beispiel zeigt, wie akribisch unsere Mitarbeiter im Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung arbeiten und wie ernst wir die Pandemie nehmen müssen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen“, sagt Landrat Kai Emanuel (parteilos). „Außerdem verschafft das den Kontaktpersonen die Gewissheit, dass sie sich nicht infiziert haben. Was aber kein Grund zur Sorglosigkeit ist: Abstand halten bleibt derzeit das einzige Mittel zur Eindämmung, da es keine Medikamente oder Impfstoffe gegen das neuartige Virus gibt.“

 

Seit Auftreten des ersten Corona-Falls in Nordsachsen am 12. März 2020 hat das Gesundheitsamt des Landkreises 421 häusliche Quarantänen anordnen müssen. Davon konnten 166 bis gestern (29.03.20) wieder aufgehoben werden, sodass derzeit 255 Menschen von der „häuslichen Absonderung“ betroffen sind. Bis gestern (29.03.20) gab es im Landkreis Nordsachsen insgesamt 37 bestätigte Infektionen.

 

Zum Einsatzgebiet des Gesundheitsamtes gehört auch der Flughafen Leipzig/Halle im nordsächsischen Schkeuditz. Dort landeten bisher sieben Passagiermaschinen aus einem vom Robert-Koch-Institut benannten Risikogebiet. Das Team des Landratsamtes wertete vor Ort die sogenannten Aussteigerkarten der Insassen aus. Personen mit Symptomen gab es keine.