03. Dezember 2020

Erstes Kreiskrankenhaus mit Aufnahme-, Verlegungs- und Besucherstopp


Nordsachsens Landrat Kai Emanuel hat alle Mitbürger nochmals eindringlich dazu aufgerufen, die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ernst zu nehmen. „Seit Wochen schießen die Zahlen nach oben. Wenn wir das Infektionsgeschehen nicht in den Griff bekommen, gehen unsere Kreiskrankenhäuser in die Knie. Das ist kein Schreckgespenst, das ist traurige Realität.“

 

In der Collm-Klinik Oschatz, deren Aufsichtsratsvorsitzender der Landrat ist, musste jetzt ein Aufnahme-, Verlegungs- und Besucherstopp verhängt werden. Mehr als 40 Mitarbeiter und Patienten sind von einer Corona-Infektion betroffen. „Um den Krankenhausbetrieb weiter aufrecht erhalten zu können, muss positiv getestetes Personal die Betreuung von positiv getesteten Patienten übernehmen. Die Klinik ist in zwei streng voneinander getrennte Hälften geteilt – eine mit und eine ohne Infektionen“, berichtet Chefarzt Dr. Mario Günther. Für die Collm-Klinik gelte „Triage rot“ - das heißt: Nur lebensbedrohliche Fälle können noch zur Notfallbehandlung angenommen werden. Überlegt werde, auch die Röntgenabteilung zu schließen, um Neueinträge von Viren durch ambulante Patienten zu verhindern.

 

Für den Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar eine schlimme Situation: „Die Klinik ist das medizinische Herz unserer Stadt. Aufnahme- und Besucherstopp treffen uns hart. Aber wir haben seit Wochen gewarnt: Der Raum Oschatz hat das stärkste Infektionsgeschehen in Nordsachsen. Und nun sehen wir das Ergebnis. Ich hoffe, jetzt begreift auch der Letzte, wie ernst die Lage ist. Wir müssen Corona stoppen und die Zahlen wieder nach unten bekommen. Abstand halten, Kontakte reduzieren, Ansteckungsrisiken vermeiden – anders geht es nicht.“

 

Landrat Kai Emanuel – Foto: LRA

OBM Andreas Kretschmar – Foto: Malik

Chefarzt Dr. Mario Günther – Foto: CKO